Flurschaden

Ob es mir nicht schaden könnte, in diesem Kontext namentlich genannt zu werden?, fragt man mich. Oh, mit Sicherheit. Und was ist die Alternative? Dieser Absatz hier – da kann ich überall ein Häkchen machen:

Sobald es in Romanen weiblicher Autoren um Beziehungen oder Liebe geht, platzieren Kritiker sie in die Kitschecke, während ein männlicher Kollege mit denselben Themen als einfühlsam gilt. Geht es um menschliche Abgründe, um gesellschaftliche und politische Zusammenhänge, zeigen sich männliche Lesungsbesucher und Moderatoren verwundert, warum „so eine hübsche junge Frau“ sich mit so unschönen Dingen auseinandersetzt.

Es gibt Veranstalter und Kritiker, die nach Lesungsende gern Arme, Knie oder gleich Hintern tätscheln und vertrauliche Kommentare flüstern: „Du könntest doch mal etwas Erotisches für mich schreiben“, „Ich kann dich ganz weit nach vorn bringen“ oder „Du könntest ruhig etwas dankbarer sein.“

Danke an Dana Buchzik, die den Artikel recherchiert und geschrieben hat, die eigentlich mit einem anderen Ausgang ihrer Recherche gerechnet hat, die sich jetzt ebenfalls fragen lassen muss, ob ihr das nicht schadet, so etwas veröffentlicht zu haben.

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