Out now: „Schmutz, Katz & Co.“

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Schäfer_Schmutz_Katz_coWir möchten Euch auf einen Titel aufmerksam machen, der uns ganz besonders am Herzen liegt. In diesen Tagen – ein Jahr nach seinem viel zu frühen Tod – ist Carlo Schäfers Erzählband »Schmutz, Katz & Co« erschienen, der das erzählerische Werk Schäfers versammelt. Als Hardcover mit Lesebändchen und mit einem Vorwort von Thomas Wörtche.

Carlo Schäfer schreibt da weiter, wo Nikolai Gogol, Franz Kafka und Daniil Charms aufgehört haben: Über das Groteske und Irre der Welt – präzise, genau, wahnwitzig, komisch und hammerhart.

Der Erzählband versammelt Carlo Schäfers Prosatexte, allesamt Meisterwerke literarischer (Hoch-)Komik. Der subtil gewobene Miniaturenroman »Der Tod dreier Männer“, angesiedelt in zutiefst verbrecherischen Gegenden der menschlichen Seele; der brillante Kurz-Krimi »Kinder und Wölfe«; die fiese Erzählung »Kurpfalz is Himmel« – und die perfekt komponierte lange Novelle »Dr. Katz, der vermutlich schwärzeste Text der deutschen Literatur. Der allmähliche Zerfall des Schullehrers Katz, der auf die Gleichgültig der Welt mit…

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Zwei Titel, unplugged, zur Buchmesse: Carlo Schäfer und Amanda Lee Koe

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We proudly present (und platzen zwischendurch ein wenig vor Stolz): unsere zwei gedruckten Titel diesen Herbst.

Schmutz, Katz & Co.

Schäfer_Schmutz_Katz_coDieser Erzählband versammelt Carlo Schäfers Prosatexte, allesamt Meisterwerke literarischer (Hoch-)Komik. Der subtil gewobene Miniaturenroman »Der Tod dreier Männer“, angesiedelt in zutiefst verbrecherischen Gegenden der menschlichen Seele; der brillante Kurz-Krimi »Kinder und Wölfe«; die fiese Erzählung »Kurpfalz is Himmel« – und die perfekt komponierte lange Novelle »Dr. Katz, der vermutlich schwärzeste Text der deutschen Literatur. Der allmähliche Zerfall des Schullehrers Katz, der auf die Gleichgültig der Welt mit womöglich noch größerer Indolenz reagiert ist verzweifelt, melancholisch, gnadenlos und konsequent bis zum bitteren Ende. Und dabei rasend komisch, das exakte Gegenstück von „lustig“.

Carlo Schäfer schreibt da weiter, wo Nikolai Gogol, Franz Kafka und Daniil Charms aufgehört haben: Über das Groteske und Irre der Welt – präzise, genau, wahnwitzig, komisch und hammerhart.

So leise radikal, so konsequent verzweifelt-heiter-giftig, so kompromisslos subversiv ist…

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St. Andrews, the city of ye olde universities, púcas and a certain golf course

Bald – bald (!) – erscheinen ein paar meiner Erzählungen auf Englisch. Die amerikanische Übersetzerin und Verlegerin teasert hier schon mal eine der Geschichten an. Mit Bildchen. Da.

Weyward Sisters Publishing

When I was a girl, one of my favorite books was The Secret Garden. This was the reason behind my earliest international travel wish: to visit the Scottish moors. The irony in the end is that, despite all of my European travels, I have never made it to Scotland. However, each time I see photos of Scotland, I channel my 9-year-old self and can still feel the shadowy visions I used to have of what those landscapes must be like. Beautiful, bleak, craggy, stony, green (though not the lush green of Ireland).

Zoë Beck’s short story „Flann, the Púca“ is set in St. Andrews. It is a shadowy, mystical story with roots in Gaelic folklore. Are you unsure what a púca is? If you recall the play Harvey or the classic Jimmy Stewart film based on it, then you actually know what it is without knowing it. The invisible rabbit…

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Was mir Angst macht

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Die Abstimmung zum Brexit hat wieder schön gezeigt, dass Gefühle wichtiger sind als Fakten, wenn es darum geht, in der Politik Wahlen zu gewinnen. Bei den Unterstützern, den Fans, den Wählern von Donald Trump, bei den republikanischen Politikern, die sich auf seine Seite schlagen, geht es ebenfalls nicht um Tatsachen, sondern darum, wie sich gerade etwas anfühlt. In Deutschland werden diejenigen, die dazu aufrufen, sich auf Fakten, Statistiken, Tatsachen zu konzentrieren und nicht in Panik zu geraten, beschimpft, sie seien weltfremd, würden die Opfer verhöhnen, seien verblendet. Zynisch gar. Weiterlesen

Anderen sagen, wie sie sich fühlen sollen.

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Alltag: Eine junge Frau, die in einem männlich dominierten Umfeld arbeitet, weist ihre Kollegen auf eine sexistische Äußerung hin. Die finden das nicht schlimm, sie haben ja nur einen „Frauen sind soundso“-Spruch gemacht, soll sie sich mal nicht so aufregen.

Sie postet es in ihrem Social Media-Umfeld, und auch da geschieht, was in solchen Fällen zuverlässig immer geschieht: Man sagt ihr sie möge sich bitte nicht so aufregen, sei doch alles ganz harmlos.

„Sei nicht so hysterisch.“

„Sieh doch nicht immer alles so verbissen.“

„Entspann dich mal, mit sowas tust du dir keinen Gefallen.“

Wir sind nicht mehr weit von „Lächel doch mal, dann bist du viel hübscher“.

Auch von Frauen kommt oft genug so etwas wie „Also MIR macht das ja nichts aus“ oder „ICH bin schlagfertig genug, um darauf zu reagieren“ oder „Mit Männern komm ich gut klar, und die auch mit mir“ oder oder.

Wunderbar für jede einzelne, die klarkommt. Herzlichen Glückwunsch. Aber es ist ein bisschen so, wie wenn jemand sagt: „Ich bin noch nie ausgeraubt worden, deshalb gibt es kein Problem mit Raub.“ Und nicht nur das – im Grunde wird der Frau gesagt, dass sie diejenige mit dem Problem ist. Sie will nicht akzeptieren, wenn andere beleidigend sind, also stimmt etwas nicht mit ihr. Weiterlesen

Katerstimmung

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Aufwachen und merken, dass man über Wochen und Monate angelogen wurde. Dass man, wenn man noch einmal die Wahl hätte, sein Kreuzchen woanders machen würde. Dass man etwas in Gang gesetzt hat, das offensichtlich massive Konsequenzen nach sich zieht, an die man nie gedacht hätte. Erstmal Google fragen, wogegen man sich eigentlich entschieden hat. Was war das noch mal, diese EU? Um dann zu merken, dass man keine Ahnung hatte. Dass einem niemand was gesagt hat. Oder doch? Man hätte es wissen können, hätte man sich informiert. Man hätte vorher Google fragen können. Oder zur Abwechslung eine andere Zeitung lesen. Oder sich die Argumente der anderen Seite anhören. Hätte man alles tun können. Haben aber beängstigend viele, die für „Leave“ stimmten, nicht getan.

Jetzt ist die Entscheidung gefallen, und niemand weiß so genau, wie es weitergeht. Erst in ein paar Jahren wissen wir, wie es der britischen Wirtschaft ergangen sein wird, ob es überhaupt noch ein Großbritannien gibt oder nur noch ein kleines England. Weiterlesen

„Schwul? Und das sagen Sie so offen?“

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Ich unterhielt mich gerade mit einer älteren Dame, sie fragte nach XY, wie geht’s ihm, hat er eine Freundin, ich sagte: Nein, er hat einen Freund. Und sie sackte in sich zusammen. Ich meine – so richtig körperlich. Sie ließ die Einkaufstaschen fallen und hielt sich am nächsten Zaun fest. Das sagen Sie so offen?, fragte sie. Es wurde ein langes Gespräch, wir standen da bestimmt eine Stunde. Ihr ältester Sohn ist nämlich schwul. Er ist um die fünfzig, lebt seit über zehn Jahren mit einem Mann zusammen, seine Familie weiß es erst seit ein paar Jahren, und noch immer fragen sich seine Eltern: Was haben wir denn falsch gemacht? Weiterlesen