Anderen sagen, wie sie sich fühlen sollen.

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Alltag: Eine junge Frau, die in einem männlich dominierten Umfeld arbeitet, weist ihre Kollegen auf eine sexistische Äußerung hin. Die finden das nicht schlimm, sie haben ja nur einen „Frauen sind soundso“-Spruch gemacht, soll sie sich mal nicht so aufregen.

Sie postet es in ihrem Social Media-Umfeld, und auch da geschieht, was in solchen Fällen zuverlässig immer geschieht: Man sagt ihr sie möge sich bitte nicht so aufregen, sei doch alles ganz harmlos.

„Sei nicht so hysterisch.“

„Sieh doch nicht immer alles so verbissen.“

„Entspann dich mal, mit sowas tust du dir keinen Gefallen.“

Wir sind nicht mehr weit von „Lächel doch mal, dann bist du viel hübscher“.

Auch von Frauen kommt oft genug so etwas wie „Also MIR macht das ja nichts aus“ oder „ICH bin schlagfertig genug, um darauf zu reagieren“ oder „Mit Männern komm ich gut klar, und die auch mit mir“ oder oder.

Wunderbar für jede einzelne, die klarkommt. Herzlichen Glückwunsch. Aber es ist ein bisschen so, wie wenn jemand sagt: „Ich bin noch nie ausgeraubt worden, deshalb gibt es kein Problem mit Raub.“ Und nicht nur das – im Grunde wird der Frau gesagt, dass sie diejenige mit dem Problem ist. Sie will nicht akzeptieren, wenn andere beleidigend sind, also stimmt etwas nicht mit ihr. Weiterlesen

Katerstimmung

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Aufwachen und merken, dass man über Wochen und Monate angelogen wurde. Dass man, wenn man noch einmal die Wahl hätte, sein Kreuzchen woanders machen würde. Dass man etwas in Gang gesetzt hat, das offensichtlich massive Konsequenzen nach sich zieht, an die man nie gedacht hätte. Erstmal Google fragen, wogegen man sich eigentlich entschieden hat. Was war das noch mal, diese EU? Um dann zu merken, dass man keine Ahnung hatte. Dass einem niemand was gesagt hat. Oder doch? Man hätte es wissen können, hätte man sich informiert. Man hätte vorher Google fragen können. Oder zur Abwechslung eine andere Zeitung lesen. Oder sich die Argumente der anderen Seite anhören. Hätte man alles tun können. Haben aber beängstigend viele, die für „Leave“ stimmten, nicht getan.

Jetzt ist die Entscheidung gefallen, und niemand weiß so genau, wie es weitergeht. Erst in ein paar Jahren wissen wir, wie es der britischen Wirtschaft ergangen sein wird, ob es überhaupt noch ein Großbritannien gibt oder nur noch ein kleines England. Weiterlesen

„Schwul? Und das sagen Sie so offen?“

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Ich unterhielt mich gerade mit einer älteren Dame, sie fragte nach XY, wie geht’s ihm, hat er eine Freundin, ich sagte: Nein, er hat einen Freund. Und sie sackte in sich zusammen. Ich meine – so richtig körperlich. Sie ließ die Einkaufstaschen fallen und hielt sich am nächsten Zaun fest. Das sagen Sie so offen?, fragte sie. Es wurde ein langes Gespräch, wir standen da bestimmt eine Stunde. Ihr ältester Sohn ist nämlich schwul. Er ist um die fünfzig, lebt seit über zehn Jahren mit einem Mann zusammen, seine Familie weiß es erst seit ein paar Jahren, und noch immer fragen sich seine Eltern: Was haben wir denn falsch gemacht? Weiterlesen

Liebe Verantwortliche bei DHL,

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10672038_10154615234490371_8651759120354354975_nich bin unzufrieden. Ich habe grundsätzlich Respekt vor der logistischen Leistung, die tagtäglich mehr oder weniger unter Beweis gestellt wird. Ich hatte lange Zeit auch einen sehr netten, mitdenkenden, gut organisierten Zusteller, und jetzt, nachdem die Auslieferung auf Ihre Tochterfirma „Delivery“ umgestellt wurde, sind dort auch nette Menschen im Einsatz (jedenfalls diejenigen, die ich zu Gesicht bekomme), die sich große Mühe geben und hart arbeiten.

Und trotzdem klappt vieles nicht. Da fahren Pakete tagelang im Lieferwagen mit, ohne dass es zu einem Zustellversuch kommt. Da wird behauptet, niemand sei angetroffen worden, obwohl man den ganzen Tag zu Hause war (und auf das Paket gewartet hat). Da kommt kein Abholschein, obwohl das Paket laut Online-Sendungsverfolgung irgendwo zugestellt wurde. Und so weiter. Weiterlesen

Unsere neue Vorschau ist da!

Die CulturBooks-Vorschau. Zum Runterladen und Durchblättern.

CulturBooks - gebloggt

CB_Vorschau_herbst-2016Wir freuen uns über starke Hardcover und Digitaleditionen. Sie können unsere aktuelle Vorschau hier durchblättern oder sie als PDF herunterladen: EinzelseitenansichtDoppelseitenansicht.

Rezensionsexemplarestellen wir Presse und Bloggern gerne zur Verfügung.

Unseren Leserinnen und Lesern danken wir ganz herzlich für Ihre Treue und Ihr Vertrauen und hoffen, dass wir Sie auch weiterhin mit unserem Programm überzeugen können.

Auch stehen wir den Buchhändlerinnen und Buchhändlern gern für Gespräche, Veranstaltungen, Austausch bereit.

Wir wünschen Ihnen einen entspannte Frühling und einen sonnigen Sommer.

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Blumen für die Damen

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Was ich noch sagen wollte:

Herland

13100943_10156831714445371_8090105703840338381_nLetztens erst wieder: Zum Veranstaltungsende bekommen die an der Diskussionsrunde beteiligten Frauen Blumensträuße, die Männer Bücher. Ich bin nicht die einzige im Publikum, die große Augen macht. Die Frau, die neben mir sitzt, schüttelt den Kopf und sagt: Das glaub ich doch nicht. Das können die doch nicht machen.

Machen sie aber.

Warum bekommen die Frauen Blumen und die Männer Bücher?, frage ich hinterher in die Runde. Ach, das ist doch alles nicht so wichtig, sagt jemand. Oder: Hat sich noch niemand beschwert. Oder: Ist doch egal, wer weiß, vielleicht sind die Bücher ja auch blöd. Aber tatsächlich sagen viele: Ja, hab ich mich auch gefragt. So ein Unfug.

Es stört mich, und eben nicht nur mich, weil es so symbolisch ist. Blumenschmuck für die Damen, das „schöne Geschlecht“, etwas Dekoratives, und nun könnte man denSymbolcharakter noch weiter ausdehnen, aber das ginge zu weit. Und für die Herren…

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Abteilung Frau

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Zum Thema Frauenabteile und #imzugpassiert:

Herland

12235024_10156211586810371_7865615501434175446_nGanz ehrlich: Tief im Innersten ist ein kleiner Teil von mir über Frauenparkplätze dankbar. Nachts an Autobahnraststätten oder in einsamen Parkhäusern. Und derselbe Teil von mir findet die Vorstellung von Frauenabteilen in Zügen ganz entspannend. Wenn ich nur an den jungen Herrn aus den Niederlanden denke, der letztens zwischen Hannover und Berlin hinter mir saß und mit seiner Freundin stritt, und nachdem ich ihn bat, sie nicht so anzuschreien, wurde ich von ihm beschimpft, bedroht, bespuckt, und mein Handyladekabel hat er auch noch kaputtgetreten. (Die umsitzenden Männer verzogen sich dezent, bis wieder Ruhe eingekehrt war, und vom Zugpersonal war weit und breit niemand zu sehen.) Oder in Frankfurt/Main am Hauptbahnhof, ich setzte mich ins nächstbeste Abteil, es war noch leer, weil der Zug erst in zehn Minuten fuhr, aber dann setzte sich mir ein Mann schräg gegenüber und fing  an, sich einen runterzuholen. Ich ging raus und suchte jemanden vom…

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