Mitten in Phase 8.
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Das Schreiben II
November 20, 2008 · Kommentar schreiben
Kategorien: Diary · Roman
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Das Schreiben
November 19, 2008 · 13 Kommentare
Nun habe ich es hier liegen, dieses anstrengende andere Projekt, das sich so gar nicht in ein Genre stecken lässt. Und so sind auch die Reaktionen. Alle sagen „Toll!“, aber so richtig traut sich keiner ran. Offenbar doch nicht so toll. Was ist das mit den Texten außerhalb der Genregrenzen?
„Du kannst wenigstens plotten“, sagte der eine Verleger zu mir. Aber er will erst das fertige Buch.
„Meine Krimis hab ich mit einer Minileseprobe verkauft!“, protestiere ich und schwenke das Exposé nebst Leseprobe. Aber er will erst das fertige Buch.
Wie soll ich das denn … ?! Und wann?! Wie machen das die anderen?
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Die Krimilady sagt was zu „Wenn es dämmert“
November 15, 2008 · 17 Kommentare
Das findet man hier. Ich weiß nicht genau, ob sie das wertend meint am Ende, wenn sie schreibt, die Männer seien alle ganz schön fies. Aber das ist nun mal das Geschlechterverhältnis, das herauskommt, wenn man Sachen wie organisierte Kriminalität, zu der die erzwungene Prostitution und Menschenhandel ingroßen Teilen gehören, recherchiert. (Hier der Hinweis – danke an Christian von sexworker.at -, dass freiwillige Sexarbeit an dieser Stelle nicht gemeint ist und keinesfalls diskriminiert, beleidigt oder herabgewürdigt werden soll.)
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob Literatur/Fiktion die Realität getreu nachzubilden hat. Hat sie nicht. Oder ob Literatur/Fitkion unbedingt gegen die Realität gehen soll. Soll sie nicht. Beides hat Berechtigung, und im Zentrum steht die Geschichte und wie sie sich am besten erzählen lässt.
Ich gebe zu, dass die Zeit der Recherche mich persönlich sehr mitgenommen hat. Nach vielen Gesprächen mit Prostituierten – ehemaligen Zwangsprostituierten wie Stricherinnen wie Edelhuren – gerät das ohnehin nicht sehr glorreiche Männerbild noch mehr in Schieflage. Doch, das gebe ich zu. Die Statistiken bei der Polizei sagen auch, dass die meisten Sexualverbrechen von Männern begangen werden. Nicht alle, aber fast alle. Dass Frauen sexuelle Gewalt ausüben, ist immer noch die Ausnahme. Mir ging es in dem Buch tatsächlich nicht darum, die Ausnahme zu erzählen, das Psychogramm einer sexuell gewalttätigen Frau aufzuzeigen. Mir ging es um realistische Hintergründe. Nicht zuletzt, weil das Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution nicht vergessen werden sollte. Seit der EU-Erweiterung in Richtung Osten hat sich auf dem Gebiet einiges verändert, was eine Geschichte wert ist.
Aber es geht mir auch um die Männer, die zu Prostituierten gehen und sich gar keine Gedanken darüber machen, in welcher Situation diese Frauen möglicherweise sein könnten – ob sie nun am Straßenstrich stehen oder ob sie in einem Edelbordell am Wörthersee zu finden sind. Die befragten Männer sagten fast ausnahmslos, den Frauen hätte es Spaß gemacht, sie hätten ihnen gesagt, dass sie sich freuten, mal einen netten Mann als Kunden zu haben. Sind Männer wirklich so eitel und unreflektiert, dass sie nicht merken, wenn man ihnen einen Haufen Mist erzählt, nur damit sie wiederkommen und noch mehr Geld da lassen? Sie sind es, jedenfalls die, mit denen ich gesprochen habe.
Auch schockierend fand ich die Geschichte einer moldawischen Menschenhändlerin, die ich in „Wenn es dämmert“ nacherzähle. Eine rumänische Freundin übersetzte mir diese Geschichte, über die ich im Netz stolperte. Ich war auf der Suche nach Hilfsorganisationen für Frauen aus Nicht-EU-Ländern, die sich prostituieren. Heraus kam, dass viele Frauen genau wissen, worauf sie sich einlassen. Dass sie glauben, sie kämen als Schauspielerin, Model oder Putzhilfe groß raus, ist offenbar Vergangenheit. Sie wissen aber nicht, dass sie oft Jahre brauchen werden, um ihre Schulden für die falschen Papiere und die Reise abzuzahlen und dadurch in ungewollte Abhängigkeit geraten.
Diese Menschenhändlerin, die in einem anonymen Interview über ihre Arbeit berichtete, warf mich aus der Bahn: Eine Frau, die anderen Frauen so etwas zumutet. Sie sagte: Wenn ich es nicht mache, macht es ein anderer, und dann geht es den Mädchen viel schlechter. Darf man ihr dieses Gutmenschentum glauben? Sie sagte auch: Die Mädchen bekommen eine Woche Probezeit. Ich bringe sie in türkische Bordelle, und wenn es ihnen keinen Spaß macht, kommen sie wieder mit zurück. Aber es wollte noch nie ein Mädchen wieder zurück. Ist das wirklich so? Einige der Prostituierten, mit denen ich sprach, berichteten von den Verlockungen des Geldes, von den Pradaschuhen und den Guccihandtaschen, die sie sich wöchentlich kauften, um sich irgendwie aufzuwerten. (Ist das schon mal jemandem aufgefallen? Wer alles in den teuren Boutiquen einkauft? Die hübschen jungen Mädchen aus dem Osten haben nicht alle deshalb so viel Geld, weil sie die Schwester oder Ehefrau eines neureichen Russen sind.) Von dem vielen Geld, das sie ihren Familien zu Hause schickten. Von dem Stolz ihrer Familien, die dachten, sie seien Managerinnen. Von der Hoffnung, eines Tages von einem der reichen Kunden geheiratet zu werden. Manchmal klappt es. Eine durfte ich kennenlernen. Und die Geschichten von den Frauen, die deutlich weniger als 200 Euro für eine halbe Stunde (plus Eintritt ins Bordell plus Zimmermiete) bekommen, die noch einige Jahre arbeiten müssen, um wenigstens die Schulden, die sie bei den Menschenschmugglern haben, abbezahlen zu können … Ach, es steht ja alles in dem Buch.
Ich sprach mit Polizisten, von denen ich erfuhr, dass die Betreiber legaler oder auch illegaler Bordelle Freikarten an die Oberen Zehntausend ausgeben. Freier Eintritt, freie Getränke, freie Mädchen. Sie werden gefilmt und wenn es an der Zeit ist erpresst. Unter den Erpressten sind Politiker, Prominente, Polizisten.
Nach der Recherche ging es mir furchtbar schlecht. Ich wollte das Buch erst gar nicht schreiben. Ich hab es trotzdem getan, und jetzt bin ich froh darüber. Ich werde gefragt, ob das alles wirklich so stimmt, und ich muss jedes Mal „ja“ sagen. Daraufhin schweigen die Leute. (Die Männer. Doch.) Wenn es sensibilisiert, wäre das doch schön. Aber ein Mann sagte zu mir: Wozu hinter die Kulissen schauen? Ich will ja auch nicht wissen, wie es in der Küche eines Restaurants aussieht, solange es mir schmeckt.
Liebe Krimilady, ja, das Männerbild ist deutlich in Schieflage geraten, mal sehen, ob ich es wieder hinbekomme. Im nächsten Buch, das verspreche ich, wird alles anders. Ich danke für die ausführliche, differenzierte kluge Besprechung.
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Das neue Cover.
September 13, 2008 · 2 Kommentare
Ich durfte es sehen. Ich darf es natürlich noch niemandem zeigen, aber wenigstens durfte ich es sehen. Es wird sehr schön. Loch Katrine ist drauf, alles in dunklen Blautönen. Hatte noch nie so ein hübsches Cover. Das Buch wird heißen: „Diesseits der Dunkelheit“. Auch ein schöner Titel. Ich hoffe, es wird ein ebenso schönes Buch. Cedric ist wieder dabei, auf vielfachen Wunsch.
Kategorien: Roman
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Die neue Webseite
August 19, 2008 · Kommentar schreiben
Sie ist online! Und man findet sie gleich hier.
Kategorien: Diary · Roman
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Lesung in Berlin
August 18, 2008 · Kommentar schreiben
Am 23.9. in der Krimibuchhandlung totsicher.
Kategorien: Roman
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Der Trailer zum Roman:
August 4, 2008 · 1 Kommentar
Hier auf meiner Myspace-Seite.
Kategorien: Roman
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Noch eine kleine Leseprobe aus „Wenn es dämmert“
August 4, 2008 · Kommentar schreiben
Sie bemerkte, dass er erleichtert war, und wurde misstrauisch.
„Warum treffen wir uns eigentlich hier?“
Jetzt sah sie hinter die Maske, sah, dass er sich wand. Also machte sie weiter. „Warum nicht in Dundee? Ich möchte sehen, wie du wohnst.“ Sie ging noch einen Schritt weiter und legte ihre Hand auf seine. Er zog sie weg.
„Gefällt es dir hier nicht? Ich dachte, ich zeig dir erstmal ein wenig von Fife.“
Er lächelte. Sie lächelte. Dann sagte sie: „Deine Frau weiß gar nichts von mir.“
Er hörte nicht auf zu lächeln.
„Du hast ihr nie einen Ton davon gesagt, dass du schon eine Tochter hast. Ich habe zwei Halbschwestern, die nicht wissen, dass es mich gibt. Und wie es aussieht, willst du daran auch nichts ändern. Richtig?“
James Cunningham schwieg und starrte aus dem Fenster des Pubs. Sein Lächeln war verschwunden. Mina folgte seinem Blick: die kleinen Fischerboote auf dem spiegelglatten Wasser im Hafenbecken, dahinter die raueren Wellen des Firth of Forth. Es regnete nicht mehr.
„Ständig ändert sich das Wetter, man kann sich hier auf nichts verlassen“, sagte James statt einer Antwort.
„Wie Recht du hast.“ Mina stand auf und ging. Irgendwohin. Zu den Schiffen. James rannte hinter ihr her. Tatsächlich: Er rannte.
Sie hob die Hand, um ihn daran zu hindern, etwas zu sagen. „Bitte nicht. Ich weiß schon alles. Ich wollte immer, aber dann … Es ergab sich bisher noch nie die richtige Gelegenheit. In meiner Position kann man doch nicht so einfach … Blabla.“
„Mina, das ist nicht fair.“
„Ah, das hatte ich vergessen.“ Sie stapfte weiter. Der Wind kam vom Meer und hatte die Regenwolken vertrieben. Sie ging am Hafenbecken entlang und steuerte auf die lange Mole zu, die bis zum Leuchtturm hinausführte.
„Lass uns das doch nicht alles heute besprechen! Ich finde, das ist ein bisschen viel auf einmal!“
„Wir haben uns wochenlang E-Mails geschrieben. Du wusstest seit mindestens zwei Monaten, dass ich herkommen würde. Weißt du was? Wir lassen es. Es war eine dumme Idee. Ich bin dreißig Jahre sehr gut ohne dich ausgekommen, und du, wie ich sehe, noch viel besser ohne mich. Es war ein Versuch, und er ist gescheitert. Warum belassen wir es nicht dabei?“
Er wollte antworten, aber sein Handy klingelte. Mina blieb stehen, entschied, dass es zu dramatisch wirkte, die Mole entlang aufs offene Meer hinauszugehen, und drehte um. Sie war wütend auf ihren Vater, wütend auf ihre Mutter, am meisten aber wütend auf sich selbst, dass sie diese lächerliche Hoffnung auf eine Art Familienzusammenführung gehabt hatte. Auf ein Nachhausekommen. So ging es also auch nicht mit der Suche nach dem Heimathafen. Sie würde vielleicht immer im offenen Meer treiben und nur manchmal für kurze Zeit irgendwo andocken.
Dabei war sie es mittlerweile so müde, so leid.
Sie entdeckte einen Durchgang zwischen zwei Häusern, der zu einem kleinen Stück felsendurchsetztem Strand führte. Als Mina näher kam, erkannte sie am Algenwuchs, dass das Wasser bei Flut die Häuser fast erreichte. Auch die Felsen waren glitschig und voller Algen, aber Mina lockte der Anblick der Isle of May. Sie lag genau zwischen den beiden Häusern im dunkelblauen Wasser, und nach dem Regen war der Blick so herrlich klar, dass Mina die Insel zum Greifen nah erschien.
Der Wind trieb ihr Tränen in die Augen. Sie zog sich ihre Baseballkappe tiefer ins Gesicht. Sie wusste, ihr Vater würde bald hinter ihr stehen, er sollte nicht auf die Idee kommen, dass sie geweint hätte.
Sie ging weiter. Ging in Richtung des Wassers, balancierte über die Felsen, die bereits in das Wasser des Firth of Forth reichten. Keine zehn Fuß von ihr entfernt stieg eine schwarze Wolke empor: Krähen flatterten hoch, stießen ihr Krächzen aus. Es bedeutet nichts, sagte sie sich und atmete tief ein, um sich von dem Schrecken zu erholen. Sie lenkte ihren Blick weg von den Vögeln auf die Felsen, sah eine Muschel, wollte sie aufheben, hockte sich hin.
„Mina, nicht!“, hörte sie James schreien. „Geh da weg! Sieh nicht hin! Sieh zu mir!“, rief er und rannte auf sie zu, sprang über Steine, stolperte, rannte weiter. Er packte sie, bevor sie verstand, zerrte sie hoch, schloss sie in die Arme. „Nicht, nicht“, sagte er, und seine Stimme klang noch fremder als zuvor. „Schnell, geh zurück, und warte im Pub.“
Dachte er etwa, sie wolle sich umbringen? „Lass mich!“ Ungeduldig befreite sie sich aus seiner Umklammerung und glitt aus. James wollte sie festhalten, verlor das Gleichgewicht und rutschte zusammen mit ihr ab. Beide landeten im flachen Wasser. Mina versuchte, Halt zu finden, ihre Hand ertastete etwas Weiches, und sie verstand, warum ihr Vater sie hatte wegholen wollen. Das Weiche war ein schwarzer Stoff, der hier nicht hingehörte. Ein schwarzes Kleid, aus dem ein weißer Arm herausragte, oder das, was noch von ihm übrig war. Ihr Blick folgte dem zerfleischten Arm zu der Stelle, an der der Hals sein müsste. Er war bedeckt von nassen, langen schwarzen Haaren, in denen sich Algen verfangen hatten, und unter dem Haar war einmal ein Gesicht gewesen. Die Krähen hatten ihr Fest schon gefeiert, als Mina gekommen war. Sie hatten die Augen gestohlen und tiefe schwarze Löcher zurückgelassen, hatten Nase, Wangen, Mund gestohlen und eine Totenmaske geschaffen, die keines Menschen würdig war.
Kategorien: Roman
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Zoe und das Schreiben
Juni 25, 2008 · 2 Kommentare
Der Thriller „Wenn es dämmert“ erscheint am 12. August bei Bastei Lübbe. Die Homepage findet Ihr ab nächster Woche unter http://www.zoebeck.net
Jeder Mensch hat seinen Preis – die dunklen Seiten eines grenzenlosen Europas. Die Erfolgsautorin Mina Williams wacht auf und kann sich an nichts erinnern. Woher kommen diese Schmerzen? Und warum ist sie nackt? Neben ihr liegt ein Mann, ebenfalls nackt und – tot. Kurze Zeit später beschäftigt ein weiterer Fall die Polizei von St. Andrews: Aus dem Haus des Elitestudenten Cedric Darney verschwindet ein Au-Pair-Mädchen. Sowohl Mina als auch Cedric geraten in das Visier der schottischen Detectives – und eines Unbekannten, der ihnen wie ein Schatten folgt. Um sich selbst zu retten, müssen Mina und Cedric die Wahrheit finden. Doch manche Lüge ist gnädig, manche Wahrheit grausam …
„Zoe Beck ist eine Meisterin der Hochspannung. Val McDermid hat eine ernsthafte Konkurrentin bekommen.“ Leonard Lansink, ZDF-Detektiv „Wilsberg“
Kategorien: Roman
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