Gedauert hat es, wegen Umzug und alles neu und alles anders, aber das ist eine lange Geschichte, und vielleicht erzählt sie sich zwischen den Zeilen, durch die Zeit.
Jedenfalls gibt es natürlich auch neue Nachbarn, und die hat jemand gecastet, die sind Cliché.
Auf der einen Seite die Yoga-Bongo-Mutter. Sie bietet Kurse an. Yoga-Kurse und Bongo-Kurse. Selbstfindung durch gemeinschaftliches Yoga. Freieres Selbsterleben durch gemeinschaftliches Trommeln. Richtig viel Geld kosten die Kurse. Ich weiß das, weil sie ihren Kleinbus mit Plakaten vollgeklebt hat, und der Kleinbus parkt lästig häufig direkt vor meinem Fenster. Bongo-Bus, nenne ich das Ding.
Unter mir der Kettenraucher mit der Deprimusik. Obwohl, er wechselt schon mal ab, und dann ist es sehr laut und sehr hart. Ungesund, schimpft die Yoga-Bongo-Mutter immer, wenn sie mit ihren Zwillingen zum Bongo-Bus hetzt. Ungesund vielleicht, aber letztens habe ich ihn gesehen, als er aus seiner dunklen Kellerwohnung kam, und er sah irgendwie fröhlich aus und ausgeglichen und eigentlich richtig nett. Ganz anders die Trommel-Frau mit ihren Zwillingen. Sie hat so etwas Verbissenes, und ihre Gesichtsfarbe ist viel grauer als die vom Depri-Kellerbewohner-Kettenraucher. Und als ich sie gestern zum ersten Mal mit ihrem Mann sah: Er schrie sie an, sie schrie ihn an. Er war auch ganz grau. So ein Yoga-Bongo-Kurs wäre vielleicht mal gut, Trommeln für mehr Seele und inneres Dings.
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Köstlich! Dieser Frau würde ich zu gern meine Omm-Emma vorbeischicken… (s. Link)
Omm-Emma klingt ganz hervorragend. Bestimmt haben sie tolle Kurse miteinander. Morgens um elf. Ganz groß.