Zoe’s world of fiction in a fictional world.

Was Leser wollen

November 10, 2009 · 4 Kommentare

Es gibt eine Umfrage von Amazon, nach der nun endlich feststeht, was Leser wirklich von dem perfekten Krimi erwarten: Viel Blut, internationales Setting, und spannend soll es außerdem sein. Das sind also die bislang unbekannten Geheimnisse, auf deren Enthüllung Autoren so lange gewartet haben. Ach, und Sex. Wobei da Männer (ältere) mehr Wert drauf legen als Frauen. Nun sind aber die meisten Buchkäufer und -leser Frauen. Also doch nicht so viel Sex?

Da stellen sich nun für mich die Fragen:

- Werf ich jetzt meine Sexszene wieder raus, oder schreib ich noch eine dazu?

- Frauen halten Frauen für die perfideren Mörder. Soll ich Frauen Frauen umbringen lassen? Oder Frauen Männer? Oder bürste ich gegen den Strich und bestätige die weltweiten Statistiken, indem ich einen Mann morden lasse? Muss der dann Männer oder Frauen umbringen?

- Wie viel Blut ist „viel Blut“? Zwei bis drei Liter? Müssen die bei einer Leiche austreten oder darf die Menge über Buch und Leichen verteilt sein?

- Was genau bedeutet jetzt „Psycho-Spannung“? Vielleicht „entführte Frau ist in Käfig eingesperrt, und jemand muss sie retten, während der Leser zuschaut, wie sie versucht, sich einen Zahnstocher zu basteln“ (=Jussi Adler-Olsen)?

- Bevorzugen die Leser beim internationalen Setting Länder, in die sie gerne reisen, oder Länder, in denen sie noch nie waren, aber die sie gerne bereisen würden, oder Länder, die sie nicht kennen und wo sie auch nie eine Reise hinführen wird?

Ich meine, das ist schon wichtig für mich zu wissen. Sonst schreibe ich am Ende noch ein Buch, das ganz anders ist.

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Über „Draußen“:

Oktober 19, 2009 · 1 Kommentar

„Absolut zeitgemäß wird in ‚Draußen’ in Form eines E-Mail-Wechsels erzählt, welche explosive Mischung entsteht, wenn eine agoraphobische Frau, ein Gerüst und eine erholungsbedürftige Therapeutin aufeinandertreffen … Klasse, klasse, klasse.“

Krimi-Forum.de

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Out now!

Oktober 15, 2009 · Kommentar schreiben

Iny Lorentz! Andrea Maria Schenkel! Friedrich Ani! Stefan Slupetzky! Jörg Juretzka! Undundund. Vorwort von Ottfried Fischer! Illustrationen von Antje Stockmann! Und eine Geschichte von mir. Hier stehen alle.

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München Blutrot

Oktober 7, 2009 · Kommentar schreiben

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Lesung am 24.10. in München

Oktober 7, 2009 · 2 Kommentare

Bei Mord in Giesing lese ich in der Stadtbibliothek Obergiesing um 20:30 Uhr meine Kurzgeschichte „Draußen“. Diese erscheint in der Anthologie München Blutrot, herausgegeben von Andreas Izquierdo und Angela Eßer.

Wer will, kann mitlesen! Drei kleine Rollen stehen zur Disposition. Interesse?

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Black-Hearted Love

September 29, 2009 · Kommentar schreiben

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Kunstgebrauch

September 26, 2009 · Kommentar schreiben

Wenn man von Broughton aus nach Stockbridge geht, kommt man an vielen Galerien vorbei. In Stockbridge ist es viel grüner, kleine Häuschen mit Garten findet man dort. Besonders grün ist es in Ufernähe des Water of Leith.

Jemand hat dort abseits der CCTV-Kameras einen Einkaufswagen stehen gelassen. Oder hingestellt, je nachdem. Der Einkaufswagen ist voll mit Plastiktüten von unterschiedlichen Geschäften und in unterschiedlichen Farben. Manche Tüten sind offen und quellen über, andere sind zugeknotet. Weit und breit ist niemand zu sehen.

Vor ein paar Jahren noch hätte sich niemand daran gestört. Vor ein paar Jahren noch wäre man davon ausgegangen, dass sich vielleicht ein Student mit seinem Kunstprojekt ausleben wollte. Oder dass jemand „Versteckte Kamera“ spielte. Heute ruft man die Polizei, die dann auch wenig später mit einem Bombenräumkommando angerückt kommt, um den Einkaufswagen sicherzustellen.

Der Einkaufswagen, stellt sich heraus, ist am Ende nur ein Einkaufswagen, vollgestopft mit Plastiktüten unterschiedlichsterInhalte. Es lässt sich nichts daraus ableiten, es gibt keine Hinweise, ob es sich um den, nun, Hausstand eines Stadtstreichers handelt, oder ob jemand seinen Dachboden ausgemistet hat. Der Einkaufswagen bleibt ein Rätsel, und die Überlegung, es könne sich um das Kunstprojekt eines Studenten handeln, wir wieder geäußert. Vielleicht, so denkt man, lag die Kunst diesmal darin herauszufiden, wie schnell das Bombenräumkommando anrückt. Ein paar Galeriebesitzer machen jedenfalls sehr viele Fotos von dem Einsatz.

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Nachts in der Notaufnahme

September 26, 2009 · Kommentar schreiben

Wir haben Mist gemacht, und das in unserem Alter. P. und ich waren auf einer Veranstaltung und haben uns, weil es uns – in unserem Alter – zu laut war, Papiertaschentücherfetzen in die Ohren gesteckt. Danach haben wir gar nichts mehr gehört. P. auf dem linken Ohr, weil sie den Stöpsel nicht mehr rausbekommen hat, ich auf dem rechten Ohr, weil sich, wie sich herausstellte, das Mittelohr nur unzureichend belüftet gefühlt hat. Interessanterweise lässt sich das Problem mit Nasentropfen lösen, darauf muss man auch erstmal kommen. Die Ärztin war etwa in unserem Alter (ha!) und wirkte sehr kompetent. Aber um die Ärztin geht es auch gar nicht, es geht um die zwei Stunden, die wir gewartet haben. Um das, was nachts im Krankenhaus passiert.
Obwohl es ein Freitagabend war, waren wir so ziemlich die einzigen, die warten mussten. Die echten Notfälle wurden per Krankenwagen eine Tür weiter angeliefert, die bekamen wir so gar nicht mit. Wir saßen neben der Pforte im Wartebereich und bekamen von der netten Nachtschwester alle zehn Minuten den aktuellen Stand der Wartezeit durchgegeben: Noch ein bisschen Geduld, gerade kam wieder ein echter Notfall rein. Noch ein paar Minuten, eben hatten wir hier einen Verkehrsunfall. Und so weiter. Wir hielten uns die Ohren, langweilten uns mit uralten Ausgaben von Wohnkulturzeitschriften, weiß der Henker, wie die ins Krankenhaus gekommen sind, und beobachteten gezwungenermaßen die Leute.
Eine gut gekleidete Dame um die 60 ließ sich im Taxi anliefern, stöckelte zur Pforte und verlangte Zutritt zu irgendeinem Patienten. Nachdem man ihr die Richtung gewiesen hatte, stürzte ein älterer Herr an uns vorbei und plauschte mit jemandem auf dem Handy. Der Chef seines verunglückten Sohns, wie sich herausstellte, und ich fragte mich, welchen Chef man wohl Freitags nach Mitternacht, also im Grunde fast schon Samstags morgens anrufen muss. Aber na gut. Solche Berufe gibt es. Die Dame stöckelte wieder an uns vorbei, und aus dem Schwesternzimmer schlurfte eine Patientin in Badeschlappen mit einem Päckchen Zigaretten bewaffnet. Eine Krankenschwester folgte ihr, sie wollte mitrauchen. Als sie zurückkamen, hatten sie eine Kurzhaarblondine mit Mini-Minikleid und sehr hohen Pumps im Schlepptau. Auch eine Krankenschwester, noch oder wieder in Zivil. Die Altherrenkrankenschwesterphantasien erklärten sich an ihr quasi von selbst. Ein rothaariger Pfleger brachte einen älteren Herrn, sehr korrekt gekleidet in einem sehr treuren, schwarzen Anzug mit Einstecktüchlein und Manschetten und allem, zum Ausgang. Der Herr trug ein Paar sehr hochhackige Pumps in der einen Hand, in der anderen einen Herrenhandtasche. Es waren andere Pumps als die, die die Krankenschwester getragen hatte. Und wieder stöckelte die ältere Dame an uns vorbei, der Ausdruck strenger Entschlossenheit hatte sie noch nicht verlassen.
P. sammelte mein Kleingeld ein, warf es in den Getränkeautomaten und bekam weder Getränke noch Geld aus dem Ding raus. Die Nachtschwester verwies uns an den, wie sie behauptete, jungen Mann, der ab morgens um acht die Kantine bewirtschaftete. Wir hatten nicht vor, bis morgens um acht zu waren, dazu waren die Zeitschriften, die hier herumlagen, nicht gut genug, und die Ärztin, an die wir endlich gerieten, zu kompetent.
Als wir zurück zum Auto gingen, telefonierte der Mann mit dem verunglückten Sohn immer noch mit dessen Chef, und die gut gekleidete ältere Dame stöckelte zurück zu ihrem Taxi, das all die Stunden gewartet hatte. Vor der Tür standen wieder dieselbe Patientin mit derselben Krankenschwester. Sie rauchten. Die Krankenschwester im schwarzen Mini-Minikleid gesellte sich noch zu ihnen, bevor wir ins Auto gestiegen waren. Sie hatte sich noch nicht umgezogen, vielleicht besuchte sie ja auch nur ihre Kolleginnen von der Nachtschicht, oder sie hatte kein Zuhause, das sich an einem Freitag lohnte.
Vom Auto aus sahen wir die Fahrer der Krankenwagen neben ihren Fahrzeugen herumlungern. Einer krabbelte im hell erleuchteten hinteren Teil seines Wagens und wischte eine Blutlache auf. Es hatte etwas beruhigend selbstverständliches an sich.
P. hörte wieder etwas, ich musste noch ein paar Stunden warten mit dem Hören, aber das war in Ordnung, soviel, wie ich zu sehen bekommen hatte.

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Angeln

September 20, 2009 · 1 Kommentar

Frei haben wäre ja mal schön, aber wahrscheinlich verlernt man das mit der Zeit, wie das so ist, frei zu haben, weil man dauernd was macht, und wenn man damit fertig ist, macht man schnell das nächste, und irgendwann war’s das mit Feierabend und Wochenenden und Urlaub sowieso.

Es liegt vielleicht in der Familie, mein Bruder macht auch immer Rundumdieuhr, und kein Wochenende ohne Laptop auf den Knien, während er die Kinder domptiert. Oder es ist so ein Generationsdings, dass wir Freiberufler uns heutzutage, oder irgendwas in der Art. Ich weiß es nicht.

Jedenfalls gehen gerade erstaunlich viele Leute Angeln. Gestern erzählt mir jemand vom Angeln, und kurz vorher rief mein Cousin an, auf dem Weg in die Highlands sei er, mit Ziel Lochinver, dort will er Freunde treffen, ja, zum Angeln.Vor ein paar Jahren trieben wir uns noch auf brüllend lauten Open Air Konzerten rum, jetzt geht er Angeln, weil er’s ruhig braucht, er hat es ja auch nicht leicht, nie frei und so.

Ich rufe meinen Bruder an und frage ihn, ob er auch mal Angeln gehen will. Er seufzt und sagt, davon träumt er schon seit bestimmt 10 Jahren, aber seine Jungs interessieren sich nicht dafür, zu wenig Action, Zeugs. Er wird wohl warten, bis sie ein bisschen größer sind und entweder freiwillig mitkommen, oder sich einen Dreck dafür interessieren, dass er mal am Wochenende nicht mit dem Laptop auf den Knien im Wohnzimmer sitzt und sie domptiert.

Ich frage mich, was mein Angeln wäre, weil Angeln ist es ganz sicher nicht. Aber so ein Angeläquivalent wäre schön. Mein Klavier schaut mich vorwurfsvoll an und schmeißt beleidigt den Deckel zu, aber das Klavier ist nicht Angeln, irgendwie nicht, dazu haben wir schon zu viel Aufregung zusammen erlebt in den letzten 30 Jahren, als dass das Klavier Angeln sein könnte.

Komm doch mit für ein, zwei Tage, sagt mein Cousin, als er auf dem Weg nach Norden vorbeischaut, und ich sehe in meinen Kalender und denke: Was  mach ich hier eigentlich, irgendwann gab es mal eine Zeit, da hatte ich auch mal frei, warum gewöhnt man sich das so ab, dieses Freihaben?

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Kopfstand

September 14, 2009 · 2 Kommentare

Gedauert hat es, wegen Umzug und alles neu und alles anders, aber das ist eine lange Geschichte, und vielleicht erzählt sie sich zwischen den Zeilen, durch die Zeit.
Jedenfalls gibt es natürlich auch neue Nachbarn, und die hat jemand gecastet, die sind Cliché.
Auf der einen Seite die Yoga-Bongo-Mutter. Sie bietet Kurse an. Yoga-Kurse und Bongo-Kurse. Selbstfindung durch gemeinschaftliches Yoga. Freieres Selbsterleben durch gemeinschaftliches Trommeln. Richtig viel Geld kosten die Kurse. Ich weiß das, weil sie ihren Kleinbus mit Plakaten vollgeklebt hat, und der Kleinbus parkt lästig häufig direkt vor meinem Fenster. Bongo-Bus, nenne ich das Ding.
Unter mir der Kettenraucher mit der Deprimusik. Obwohl, er wechselt schon mal ab, und dann ist es sehr laut und sehr hart. Ungesund, schimpft die Yoga-Bongo-Mutter immer, wenn sie mit ihren Zwillingen zum Bongo-Bus hetzt. Ungesund vielleicht, aber letztens habe ich ihn gesehen, als er aus seiner dunklen Kellerwohnung kam, und er sah irgendwie fröhlich aus und ausgeglichen und eigentlich richtig nett. Ganz anders die Trommel-Frau mit ihren Zwillingen. Sie hat so etwas Verbissenes, und ihre Gesichtsfarbe ist viel grauer als die vom Depri-Kellerbewohner-Kettenraucher. Und als ich sie gestern zum ersten Mal mit ihrem Mann sah: Er schrie sie an, sie schrie ihn an. Er war auch ganz grau. So ein Yoga-Bongo-Kurs wäre vielleicht mal gut, Trommeln für mehr Seele und inneres Dings.

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